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Interessantes und Wissenswertes

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© Stadtarchiv Ulm

Interessantes und Wissenswertes

Daten zu Einsingen

Einwohner (Stand 31. Dezember 2019): 2.692
Einwohner zum Zeitpunkt der Eingemeindung (01.07.1974): 1749

Fläche: 651 ha
Höhe über NN: 495 m

Wasserversorgung: SWU-Unternehmensgruppe (0731/166-0)
Stromversorgung: SWU-Unternehmensgruppe (0731/166-0)
Müllentsorgung: Entsorgungsbetriebe der Stadt Ulm (0731/161-0)

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Einsingens günstige Lage wurde bereits sehr früh erkannt: Funde aus der Jungsteinzeit und Siedlungsreste aus der Hallstattzeit (ca. 1000 v. Christus) lassen darauf schließen. Nach den Kelten und Römern wurden dann im 3. Jahrhundert die Alemannen in "Ensoingen“ sesshaft.
Als zu jener Zeit die Alemannen über die Alb in die Donauebene vorstießen und um Ulm herum die Siedlung mit den Endungen "ingen“ wie Söflingen, Eggingen, Ermingen und weitere mehr entstanden, ließ sich in der Einsinger Gegend der Sippenälteste Enso oder Anso mit seinen Angehörigen nieder. Der fruchtbare Boden, das windgeschützte Tal und die vielen Wasserquellen luden zum Bleiben und Siedeln ein. Die wenigen Sippenmitglieder erstellten ihre bescheidenen Hütten und die Siedlung erhielt den Namen Enso- oder Ansoingen. Noch im 13. Jahrhundert hieß sie in den alten Urkunden Ensingen, woraus später Einsingen wurde.
Zwei im Ort gefundene Münzen, wovon die eine das Bild des römischen Kaisers Claudius und die andere das des Königs Trajan zeigt, belegen, dass auch schon vor der Besitzergreifung des Landes durch die Alemannen in dieser Gegend Menschen ansässig waren. Seit altersher führte durch den Ort eine gepflasterte Römerstraße.
Im Jahre 1283, dem Jahr, als Einsingen erstmals urkundlich erwähnt wird, übergab Graf Ulrich vom Berg, genannt von Schelklingen, seinen Hof in Einsingen dem Kloster Urspring. Viele Jahre mussten die Einsinger Lehnsleute an die verschiedenen Besitzer ihre Abgaben entrichten.
Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts gingen die Güter dann in den Besitz der Bauern über. Zu der 639 Hektar großen Markung gehörten auch ca. 200 Morgen Riedflächen in der Donauebene. Dort wurde lange Jahre sehr viel Torf gestochen.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts fand ein Strukturwandel in Einsingen statt. Neben der dominierenden Landwirtschaft entstanden nun kleine und mittlere Gewerbebetriebe. Um die Jahrhundertwende gab es in Einsingen bereits über 20 Gewerbebetriebe – erstaunlich viel für ein Dorf mit damals etwas mehr als 400 Einwohnern. 70 Prozent der Einwohner lebten damals von der Landwirtschaft, heute sind es weniger als fünf Prozent.
Etwa im 8. Jahrhundert waren die Bewohner unseres Ortes für das Christentum gewonnen worden. Der noch heute bestehende Turm an der jetzigen Kirche dürfte etwa aus dem 10. Jahrhundert stammen und ist vielleicht mit einer ersten Kapelle erstellt worden. Ursprünglich gehörten die Einsinger jedoch zur Pfarrei Harthausen.
1454 richtete die Bürgerschaft eine Bittschrift an den Bischof von Konstanz, in ihrer erweiterten Kapelle Gottesdienste halten zu dürfen und eine eigenen Pfarrherren zu haben. Dieser Bittschrift wurde stattgegeben und von 1454 bis 1838 versahen insgesamt 18 Kapläne ihren Dienst. 1845 kam der erste Pfarrherr nach Einsingen, dem bis heute acht weitere Pfarrer gefolgt sind.
1629 beauftragte die damalige Äbtissin von Söflingen ihren Hofmeister, bei der nächsten Zusammenkunft der Vertreter der einzelnen Herrschaften die Errichtung einer Schule in Einsingen anzuregen. Die führte jedoch zu keinem Erfolg. Mehr als 70 Jahre dauerte es noch, bis Einsingen dann endlich im Jahre 1704 eine Schule erhielt. Hauptberufliche Lehrer gab es keine, Mesner und Handwerksmeister übten diese Aufgabe nebenberuflich aus. Die Schulstube befand sich zu dieser Zeit noch im Armenhaus. Erst 1830 beschloss die Gemeinde, ein Schulhaus mit Lehrerwohnung zu bauen. In diesem Gebäude befand sich bis 2011 die Ortsverwaltung.
1954 wurde dann ein Vierklassenschulgebäude im Gewann „Darrenberg“ errichtet. 1985 kam ein Fachraumtrakt hinzu und aufgrund des Wachstums der Gemeinde wurde die Grund- und Hauptschule 1996 wieder erweitert und die Grundschule zweizügig geführt.
Einsingen wurde im Laufe seiner Geschichte immer wieder von Kriegen arg in Mitleidenschaft gezogen. Schlimme Folgen hatten der Dreißigjährige Krieg und der Spanische Erbfolgekrieg. Die Napoleonischen Kriege von 1795 bis 1815 brachten Leiden und Lasten durch die Einquartierung von französischen, russischen und österreichischen Truppen.
Im Ersten und Zweiten Weltkrieg gab es viele Gefallene und Vermisste. Im Februar 1945 waren die örtlichen Industriebetriebe das Ziel schwerer Fliegerangriffe. Das Maschinenhaus der Firma Kodak AG wurde völlig zerstört, weitere Betriebsgebäude wurden schwer beschädigt. Bei diesen Angriffen auf Einsingen fanden 14 Personen, darunter vier Kinder, den Tod.
Nach der Währungsreform begann in Einsingen eine fast stürmische Entwicklung. 1950 zählte der Ort 900 Einwohner, 1967 waren es 1.565, heute sind es fast 2.500. Die örtlichen Gewerbe- und Industriebetriebe entwickelten sich im Laufe der Jahre zu leistungsfähigen, über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannten und geschätzten Unternehmen.
Einsingen ist durch sein jetziges Gewerbegebiet mit den dort ansässigen mittelständischen Betrieben, seine unmittelbare Nähe zum Industriegebiet Donautal und sein kontinuierliches, aber begrenztes Wachstum ein attraktiver Wohnort geworden. In den kommenden Jahren wird der Ort weiter wachsen. Eine der wichtigsten Aufgaben wird es sein, den Ort in seinem Gepräge, seiner Attraktivität und seinem Siedlungsgefüge zu erhalten.
2011 wurde das Rathaus aus dem Jahre 1830 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt, der 2012 in Betrieb genommen wurde. In diesem Haus befindet sich neben der Ortsverwaltung im
Erdgeschoß eine Bankfiliale.

Eine uralte Überlieferung, vielleicht ist es auch nur Sage, weiß zu berichten: Als einst der Pfarrer von Einsingen zu seiner gnädigen Herrin, der Frau Äbtissin von Söflingen, befohlen war, fragte ihn dieselbe auch nach seinen Pfarrkindern. Der Pfarrer, bereits ein alter Herr, der seinen Schäflein von Einsingen schon gut Ding 30 Jahre predigte und sie daher wohl kannte, erwiderte seufzend: „Ach Ihro Gnaden, sie wollen halt von ihrer Unbotmäßigkeit und Streitsucht gar nicht lassen.“
Die Äbtissin, eine kluge und verständige Frau, gab darauf dem Pfarrer den Rat: “Lass Er ihnen die Friedenstaube an den Chorbogen ihrer Kirche malen, damit sie, so oft sie zum Altare blicken, auch an den Frieden gemahnt werden.“
Auf dem Heimweg überdachte der Pfarrer die Worte der Äbtissin und beschloss bei sich, dieselben in die Tat umzusetzen.
Als bald darauf, anno 1772, die Kirchendecke neu gemacht und schön mit Stuck verziert wurde, da ließ der Pfarrer durch den Stuckateur über dem Chorbogen eine Kartusche anbringen und darin auf rotem Grund eine weiße Friedenstaube auf grünem Dreiberg stehen setzen.
Das Bildwerk gefiel den Einsingern so gut, dass sie die Taube in einer gusseisernen Platte auch an ihrem Brunnenkasten anbringen ließen, ja sogar sie als Wappentier in ihr Amtssiegel aufnahmen. So kamen die Einsinger zu ihrem Wappen.

Quelle:
Ulmer Nachrichten, Nr. 229
Vom 01. Oktober 1953

Der Einsinger Grillplatz

An der Alten Turnhalle in der Verlängerung des Wasenweges ist heute noch das Symbol der vier F von Turnvater Jahn zu sehen: "Frisch, fromm, fröhlich, frei". Diese kleine Halle wurde früher von den Einsinger Schulklassen für den Sportunterricht genutzt. Heute ist das gesamte Gelände ein schöner Grillplatz, der vom Motorsportclub Einsingen betreut wird. Ansprechpartner ist hierfür Herr Jörg Damm, Bruckackerstraße 15, 89079 Ulm-Gögglingen, Telefon: 07305/21628

Weitere Sehenswürdigkeiten:

Sandgrube nördlich von Einsingen (dort nisten die selten gewordenen Uferschwalben)
Naturdenkmal Kastanienbaum an der Straße von Eggingen nach Erbach